Klassisch brasilianisch – Werke von Villa-Lobos, Rosauro, Neukomm und Haydn
Heitor Villa-Lobos: Bachianas Brasieleiras Nr. 4 und Nr. 9
Ney Rosauro: Konzert Nr. 1 für Marimba und Streichorchester
Sigismund Neukomm: Ouverture à grand orchestre SN 155
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 94 GDur Hob I:94 »Mit dem Paukenschlag«
Was geschieht, wenn die klare Formensprache der Wiener Klassik auf die pulsierende Klangwelt Brasiliens trifft? Wenn sich europäische Tradition und südamerikanische Farben nicht gegenüberstehen, sondern gegenseitig beleuchten? Die Klanglandschaften von Heitor Villa-Lobos in den Bachianas Brasileiras sind mehr als nur eine Hommage an Johann Sebastian Bach: Sie verschmelzen barocke Struktur mit brasilianischer Rhythmik, europäische Polyphonie mit der sinnlichen Weite südamerikanischer Klangfarben. Villa-Lobos erschafft eine Musik, die gleichzeitig vertraut und exotisch wirkt – ein erster Brückenschlag zwischen zwei Welten. Virtuos und unmittelbar folgt das Konzert Nr. 1 für Marimba und Streichorchester von Ney Rosauro. Hier rückt ein Instrument ins Zentrum, dessen warme, erdige Klänge tief in der musikalischen Tradition Lateinamerikas verwurzelt sind. Rhythmische Energie, tänzerische Leichtigkeit und lyrische Momente verweben sich zu einem Werk, das die Vitalität brasilianischer Musik unmittelbar erfahrbar macht – und zugleich die klassische Konzertform neu denkt. Sigismund Neukomm war nicht nur Schüler von Joseph Haydn, sondern auch ein Kosmopolit wie er im Buche steht. Unterwegs in ganz Europa und der Welt steuerte er auch Musik für die erste Aufführung von Mozarts Requiem in Rio de Janeiro bei. Den krönenden Abschluss bildet Joseph Haydns Sinfonie Nr. 94 G-Dur, die berühmte »Mit dem Paukenschlag«. Mit Witz, Raffinesse und überraschenden Effekten zeigt Haydn hier die ganze Meisterschaft der Wiener Klassik.
Spielort: Saalfeld, Schlosskapelle, Rudolstadt, Löwensaal
Marimba: Gregor Resch
Dirigent: André Brant
Es spielen: Thüringer Symphoniker
Fr, 10.07.2026, 19:30 Uhr
Saalfeld, Schlosskapelle
Sa, 11.07.2026, 18:00 Uhr
Rudolstadt, Löwensaal