16.04.2026 / Aktuelles
Der Startschuss zum Sommertheater ist gefallen: Mit der Konzeptionsprobe am 14. April markierte das Schiller-Theater Rudolstadt den Probenauftakt für die musikalische Komödie »Der König der Narren«. Unter der Regie von Philippe Besson wird ein vielköpfiges Ensemble das Stück vom 5. bis 27. Juni in den Park der Landessportschule Bad Blankenburg zaubern. Nicht kleckern, sondern klotzen ist die Devise.
Philippe Besson, der in Rudolstadt bereits Komödien wie »Arsen und Spitzenhäubchen« oder etwa das Sommertheater »Das Geheimnis der drei Tenöre« inszenierte, setzt dabei auf viel Komik und Mut zum Albernen. »Der König der Narren« ist ein »rasantes Stück, das einem ein bisschen um die Ohren fliegt«, sagt er, und so möchte er es auch inszenieren: mit viel Tempo und Dynamik. Die Handlung verspricht ein irrsinniges Spiel: Ein Tyrann auf dem Thron, ein verschollen geglaubter Thronerbe, eine Liebe, die alles durcheinanderbringt und mittendrin ein Jahrmarktsgaukler, der versucht, die britische Monarchie zu retten. Die Filmvorlage »The Court Jester« von 1955 mit ihrem feinen, britischen Humor entwickelte sich über die Jahre zum Kult. Viele Dialoge sind legendär geworden – etwa der berühmte Zungenbrecher um den „Wein mit der Pille im Becher mit dem Fächer“. Die Rudolstädter Inszenierung soll nicht nur das finstere Mittelalter aufs Korn nehmen. So lässt das aufwändige, historisch angehauchte Bühnenbild samt Kostümen von Henrike Engel Raum für Assoziationen bis in die Gegenwart.
»Der König der Narren« ist zugleich ein kleines Musical, fast eine Art Revue. Eine sechsköpfige Live-Band mit einem Leader, der in Thüringen mit Arbeiten am Deutschen Nationaltheater seit den 90er Jahren kein Unbekannter ist, begleitet nicht nur die zahlreichen Songs, sondern steuert auch handgemachte Soundeffekte bei. Die gelernten Jazz-Musikerinnen und -Musiker um Ludger Nowak setzen auf funkige Rhythmen, Ohrwürmer und viel Lust am gemeinsamen Musizieren.
Zu einem richtigen Ritterspiel gehören Fechtszenen, für deren Erarbeitung Fechtmeister Paul Hofmann, Saalefechter beim SV 1883 Schwarza e. V., gewonnen werden konnte. Er gehört dem deutschen Nationalkader an. Für das Sommertheater bringt er seine Expertise nun erstmals auf die Bühne ein – sogar mit echten Rüstungsteilen wird geprobt.
Eine besondere Rolle spielt außerdem das Miteinander: Neben dem festen Ensemble wirken auch 12 Statistinnen und Statisten aus der Region mit. Für einige ist es die erste Theatererfahrung. Kristin (28) wurde über ihren Karnevalsverein auf das Projekt aufmerksam und freut sich auf neue Erfahrungen und den Blick hinter die Kulissen. Christian (54), der bereits beim letzten Sommertheater dabei war, ist erneut an Bord, »weil es so viel Spaß gemacht hat«. Und Katharina (41), Trainerin für Rhythmische Sportgymnastik in Schwarza, sucht aus Neugier die künstlerische Herausforderung. Vor allem gemeinsam mit Choreografin Marita Erxleben werden sie in der kommenden Zeit zweimal wöchentlich an ihren Tanzszenen proben.
So entsteht ein Sommertheater, das Parodie, Musik und sogar sportliche Aspekte vereint – passend zum 100-jährigen Jubiläum der Landessportschule. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.
20.02.2026 / Vorgestellt
Die OTZ feierte ihn als »überragenden Hauptdarsteller« in »Das Leben ein Traum«, auch in »Buddenbrooks« überzeugte er als Thomas. Doch wer ist das neue Gesicht hinter den markanten Rollen? Und was hat es mit seinem Soloabend auf sich? In regelmäßigen Abständen stellen wir die Mitarbeitenden am Theater vor. Diesmal an der Reihe: Marcus Horn.
Wer bist du und wo arbeitest du?
Mein Name ist Marcus Horn, ich bin Schauspieler, ich arbeite am Schiller-Theater in Rudolstadt. Ich bin 37 Jahre alt, bin geboren in der Lutherstadt Wittenberg, habe in Dresden Malerei studiert und danach Schauspiel in Rostock. Ich war acht Jahre am Deutschen Nationaltheater Weimar, war da fest im Schauspiel-Ensemble und jetzt bin ich hier.
Erst Malerei, dann Schauspiel. Was war los?
Während meines Studiums war ich an der Semperoper in Dresden, habe Wände hin und her geschoben und so etwas Ähnliches habe ich dann auch am Staatsschauspiel in Dresden gemacht. Das hat mich sehr interessiert mit dem Theater und dann habe ich angefangen an der Studentenbühne der TU Dresden Theater zu spielen. Das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich mich in einer Schauspielschule beworben habe.
Was macht Theater für dich aus?
Ich finde es toll, dass es analog ist, dass es im Moment passiert und dass man immer ein Gegenüber braucht, wie im Leben.
Thomas in »Buddenbrooks« oder Sigismund in »Das Leben ein Traum« – Welche Rolle passt besser zu dir?
Ich finde, in der Unterschiedlichkeit, wie die beiden sind, ist es eine unglaublich tolle und interessante Spielaufgabe. Natürlich unterscheidet sich Thomas so sehr von Sigismund und Sigismund von Thomas und diese unterschiedlichen Spielaufgaben, die reizen mich.
Es gab einen blutigen Unfall bei der Premiere von »Das Leben ein Traum« – Was ist passiert?
Ich bin ausgerutscht, ich kniete auf meinem Königsmantel, der aus einem doch relativ glatten Stoff genäht war. Ich kniete darauf und eine Kollegin schlug mich im Spiel, schlug mir ins Gesicht und ich fiel auf den Boden. Dadurch, dass aber der glatte Stoff unter meinen Knien war, hatte ich so einen Schwung, dass ich mich nicht abfangen konnte und stieß mit dem Gesicht auf den Bühnenboden und trug eben eine Verletzung davon. Es war aber nicht schlimm, es war nichts gebrochen oder so, es blutete halt ein bisschen.
Unfälle sind auch für deinen Soloabend »Vermutlich ohne Konsequenz« angekündigt. Was genau hast du vor?
Das ist ein Soloabend, ich werde also allein auf der Bühne stehen. Es ist ein Soloabend von mir, mit mir, aber auch gleichzeitig ganz weit weg von mir. Ich beginne bei dem Abend mit einem Dylan Thomas Zitat: »Anfangen, wo es anfängt«. Und ich fange an in dem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, wo ich aufgewachsen bin. Und so viel kann ich verraten: Ich komme aus einem Bestatterhaushalt, mein Vater hat ein Bestattungsinstitut und daraus ergeben sich natürlich einige skurrile Anekdoten. Es wird, glaube ich, ein sehr lebensbejahender, froher Abend werden+. Und erzählerische Passagen werden sich eben abwechseln mit akrobatischen Elementen, mit clownesken Elementen und ich werde auch ein bisschen zaubern.
Wieso der Titel »Vermutlich ohne Konsequenz«?
Ja, ich glaube, ich würde zu viel vorwegnehmen, wenn ich das verraten würde. Da muss man sich eine Karte kaufen und in den Abend kommen.
Was macht das Stück für dich besonders?
Es ist eine große Herausforderung, allein auf der Bühne zu stehen und das zu entwickeln. Und ich freue mich darauf sehr, dass ich eben die Möglichkeit habe, das machen zu können. Der Wunsch, so einen Abend zu gestalten, den hatte ich schon lange. Ich bin wirklich gespannt, wo das so hingeht.
Du hast drei Wünsche frei: Einer für dich, einer für das Theater, einer für die Region. Was wünschst du dir?
Also für mich würde ich mir wünschen, dass ich weiterhin gesund bleibe. Für das Theater würde ich mir wünschen, dass es weiterhin tolle und interessante künstlerische Begegnungen hat. Und viele interessante Künstler:innen. Und für die Region ein gutes und zugewandtes Miteinander.
18.02.2026 / Allgemein
Mit Schauspiel und Orchester, parallelen Proben und Vorstellungen und vielen Terminen ist das Theater ein belebter Ort. Am Dienstag, 17. Februar, öffnete nun mittendrin das TheaterBistro: Zur Mittagszeit findet man hier ab sofort nicht nur einen Ort mit warmen und kalten Mahlzeiten, sondern auch einen neuen sozialen Treffpunkt für Mitarbeitende am Theater und außerhalb.
Das Bistro ist ab sofort von Dienstag bis Freitag geöffnet, jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr. Zur Auswahl stehen ein stetig wechselndes Tagesangebot sowie liebevoll belegte Brötchen, kleine Snacks und Getränke. Von vorne betrachtet befindet sich der Eingang auf der rechten Seite des Großen Hauses, neben der Pforte. Über die Treppe links davon gelangt man hinab zum Bistro. Betrieben wird das Bistro vom Lindenbachhof, einem familiengeführten Hof aus der Region.
Vorbestellungen sind willkommen unter:
theaterbistro@lindenbachhof.de
0151 54729390