25.06.2026 / Allgemein
Bei den Violoncelli der Thüringer Symphoniker gibt es seit dieser Spielzeit einen neuen Klang: Görkem Çiçek übernimmt dort eine flexibel wechselnde Rolle im Zusammenspiel der Gruppe. Heute stellen wir ihn vor.
Wer bist du und wo arbeitest du?
Mein Name ist Görkem Çiçek und ich bin seit Januar 2026 im Orchester.
Wie bist du zum Schiller-Theater gekommen?
Es gab eine offene Stelle, auf die ich mich beworben habe. Solche Wege sind für Musiker oft nicht planbar – man weiß nie genau, wo man am Ende landet. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es geklappt hat und ich hier anfangen konnte. Davor war ich in Hildesheim als Solocellist im Theater tätig. Außerdem habe ich unter anderem bei den Bielefelder Philharmonikern gespielt, in Festivalorchestern sowie in verschiedenen Kammermusikprojekten, etwa an der Neuss Kammerakademie.
Du bist koordinierender Solocellist. Was bedeutet das konkret?
In unserem Orchester ist das etwas Besonderes: Wir haben zwei koordinierende Solocellisten, die gemeinsam am selben Pult sitzen. Wir wechseln uns projektweise in der Führung ab – mal übernehme ich, mal meine Kollegin. Das bedeutet auch, dass wir je nach Rolle unterschiedlich arbeiten: einmal eher führend und gestaltend, einmal stärker zuhörend und begleitend. Diese Flexibilität ist anspruchsvoll, aber sehr bereichernd – musikalisch und im Miteinander.
Was machst du, wenn keine Proben oder Konzerte sind?
Dann beginnt die Vorbereitungsarbeit. Es kommen neue Programme, neue Noten und Markierungen, die wir gemeinsam oder individuell erarbeiten. Dazu gehört auch das Üben zu Hause. Der Beruf besteht nicht nur aus Proben und Konzerten, sondern auch viel aus Vorbereitung.
Was macht eine gute Zusammenarbeit im Orchester für dich aus?
Für mich sind Vertrauen und Verständnis am wichtigsten. Man muss zunächst mit sich selbst im Reinen sein und seine eigenen Stärken und Grenzen kennen. Ebenso wichtig ist eine konstruktive Kommunikation. Kritik gehört dazu, aber sie sollte respektvoll sein und auch zeigen, wie etwas besser gemacht werden kann.
Was macht das Cello für dich besonders?
Das Cello ist für mich sehr nah an der menschlichen Stimme. Es hat viele Klangfarben und eine große Ausdrucksvielfalt. Der Klang ist sehr warm und direkt. Ich kann ihn sehr lange hören, ohne dass er mich ermüdet. Deshalb bin ich bei diesem Instrument geblieben.
Die nächste Spielzeit steht vor der Tür – worauf freust du dich besonders?
Ich freue mich besonders auf ein Werk von Mahler (3. Sinfoniekonzert). Als großer Mahler-Fan ist das für mich ein Highlight der Spielzeit.
Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich würde mich als offen, neugierig und diszipliniert beschreiben. Disziplin ist für mich wichtig, um konzentriert zu arbeiten und Dinge konsequent umzusetzen. Gleichzeitig bin ich offen für neue Meinungen und Ideen, solange der Umgang respektvoll bleibt.
Was machst du in deiner Freizeit?
Ich mache viel Sport, vor allem Krafttraining, aber auch Joggen und Schwimmen. Außerdem spiele ich gerne Computer, lese und treffe mich mit Freunden. Der soziale Austausch ist mir auch wichtig.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Für mich persönlich wünsche ich mir Gesundheit – körperlich und mental. Für das Theater wünsche ich mir weiterhin gute Programme, spannende Projekte und ein starkes Miteinander. Und für die Welt wünsche ich mir mehr Verständnis, weniger Konflikte und mehr Gleichbehandlung.
12.06.2026 / Allgemein
Vier Schulen, vier Stücke, ein gemeinsamer Theatertag: Beim 31. SchülerTheaterTreffen am 11. Juni verwandelte sich der Rudolstädter Schminkkasten erneut in einen lebendigen Treffpunkt für junge Theaterbegeisterte. 66 Schülerinnen und Schüler aus vier Schulen zeigten mit »Aschenputtel«, »Weihnachten bei Familie Lampenschirm«, »Alice im Wunderland« und »Frankenstein«, wie vielfältig Schultheater sein kann. Doch das SchülerTheaterTreffen lebt nicht allein von den Aufführungen. Das gemeinsame Warm-up, aber auch die »Best of’s« und Nachgespräche zeigten, worum es an diesem Tag geht: miteinander spielen, voneinander lernen und die Freude am Theater teilen. Begleitet von 13 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern entstand so ein Tag voller Kreativität, Begegnungen und neuer Impulse für junge Theaterschaffende der Region.
08.06.2026 / Allgemein
Die Entscheidung ist gefallen: Die »Caroline« 2026 geht an Franka Anne Kahl! Der Theater-Förderverein vergab die Auszeichnung im Anschluss an die Premiere von »Der König der Narren« am 5. Juni im Park der Landessportschule Bad Blankenburg. Mit der »Caroline« zeichnen der Förderverein des Schiller-Theaters Rudolstadt und die Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt die Schauspielerin für die Spielzeit 2025/2026 aus.
Franka Anne Kahl gehört seit der Spielzeit 2024/25 zum Rudolstädter Ensemble. In dieser Spielzeit überzeugte sie auf der Bühne im Großen Haus als Herzogin von Olivarez in »Don Karlos«, als Inge in »Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke« und als Konsulin Buddenbrook in »Buddenbrooks«. Auch auf der kleinen Bühne im Schminkkasten zeigte sie in der Dauerbrenner-Komödie »Der Videobeweis« ihr komisches Timing, ihre Präzision im Spiel und ihre Vielseitigkeit. Zuvor lernte das Publikum sie kennen in Produktionen wie »Herscht 07769« oder »Molière – Der eingebildete Tote«.
Intendant Steffen Mensching würdigte Franka Anne Kahl als »Allrounderin, die alles kann und vieles mitmacht, weil sie alles mit Leidenschaft und ungebremster Begeisterung tut«. Sie könne Drama und Klamotte, Boulevard und Kammerspiel gleichermaßen bedienen und fülle jede Rolle mit Energie, Präsenz und Hingabe. Zugleich beschrieb er sie als eine Schauspielerin, die sich mit Neugier und Ernsthaftigkeit in ihre Arbeit vertiefe und dabei nie an Leichtigkeit verliere.
Chapeau, Franka, wir gratulieren herzlich!