Aktuelles

30.04.2026 / Allgemein

Vorgestellt: Gregor Resch, Schlagzeuger

Vorhang auf für einen, der meist nicht im Rampenlicht steht, dessen Einsätze aber der ganze Saal hört. Heute stellen wir Gregor Resch vor, seit Mitte dieser Spielzeit 1. Schlagzeuger bei den Thüringer Symphonikern.

Wer bist du und wo arbeitest du?

Mein Name ist Gregor Resch und ich bin seit dieser Spielzeit Schlagzeuger im Orchester.

Wie bist du zum Schiller-Theater gekommen?

Über eine Online-Stellenausschreibung. Direkt davor hatte ich einen Zeitvertrag bei der Elbland Philharmonie Sachsen, war dort für zweieinhalb Monate engagiert und bin dann von dort aus hier zum Probespiel gekommen. Das hat geklappt und kurz darauf war ich auch schon hier.

Was findest du besonders spannend an deiner Arbeit?

Dass ich jede Woche andere Instrumente spiele. Je nach Repertoire spiele ich klassische Schlagwerkinstrumente wie kleine Trommel, Becken oder große Trommel. Im aktuellen Sinfoniekonzert spielen wir jedoch auch Stücke von George Gershwin, da sitze ich am Drum-Set und spiele klassischen Jazz im Orchester. Diese Vielfalt macht den Reiz für mich aus.

Was unterschätzen viele am Schlagwerk?

Es wirkt manchmal einfacher, weil wir weniger Töne spielen als etwa die Streicher. Aber die Konzentration muss über ein ganzes Programm hinweg konstant hoch bleiben – auch wenn man längere Pausen hat. Nach 20 Minuten Pause exakt im richtigen Moment einzusetzen, das ist die eigentliche Kunst im Schlagwerk.

Ist es schlimmer, einen Einsatz zu verpassen oder ihn zu spät zu spielen?

Das kommt darauf an. Wenn es musikalisch noch halbwegs passt, ist es vielleicht zu retten. Aber wenn nach einer Generalpause ein Beckenschlag zu hören ist, wäre es wahrscheinlich besser gewesen, ihn nicht zu spielen.

Was ist dir im Orchester besonders wichtig?

Die Mischung aus Professionalität und persönlichem Austausch. Eine gute Stimmung untereinander gehört für mich dazu. Ich wurde super aufgenommen, mein Kollege an der Pauke hat mir den Einstieg wirklich leicht gemacht.

Wie würdest du dich selbst beschreiben – in drei Worten?

Analytisch, empathisch – und selbstkritisch. Das gehört als Musiker wohl immer dazu.

Was machst du in deiner Freizeit?

Viel Sport – vor allem Laufen und Wandern. Radfahren auch. Ich freue mich darauf, bald mein Mountainbike herzuholen und die Gegend zu erkunden.

Worauf freust du dich in dieser Spielzeit besonders?

Auf das 4. Schlosskonzert im Juli. Dort darf ich das Marimba-Konzert von Ney Rosauro als Solist spielen. Ein Marimbakonzert mit Orchester steht nicht jeden Tag auf dem Programm – das ist schon etwas Besonderes. Und auf „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ bin ich gespannt – das ist zwar ohne Musik, aber da hab ich gehört, dass der Film sehr gut sein soll. Da interessiert mich dann das Schauspiel.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Fürs Theater wünsche ich mir und hoffe ich, dass der Zuspruch nach der Neueröffnung so groß bleibt, wie er gerade ist. Und für meine Zeit am Theater wünsche ich mir, dass ich den Job auch in Zukunft so interessant finde wie jetzt gerade.


28.04.2026 / Allgemein

Wir trauern um Peter Gülke

Foto: Mozamaniac / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0). Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0

Der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke ist im Alter von 91 Jahren am 26. April 2026 in seiner Geburtsstadt Weimar verstorben. Zum Schiller-Theater Rudolstadt hatte er über mehrere Jahre eine enge Verbindung. In einem Interview beschreibt er seine umfängliche Tätigkeit in dieser Zeit sehr lebendig:

»Dann bin ich 1959 als Repetitor in Rudolstadt eingestiegen, in einer sogenannten ›Klitsche‹, und dort fünf Jahre geblieben. Ich war Repetitor, gleichzeitig Dramaturg – das war eigentlich mein Hauptberuf –, habe die Schauspielmusiken komponiert und war verpflichtet als Aushilfscellist. Die Hauptsache stand nicht im Vertrag, nämlich, dass ich dirigieren wollte. Aber Gottseidank ergibt sich das, und irgendwann ist es geglückt: Weihnachtsmärchen dirigieren, Operetten nachdirigieren, erste Einstudierung Zar und Zimmermann, wie sich das gehört. Daneben alle Opern repetiert. Das war eine harte Schule, ich bin jeden Morgen spätestens um acht im Theater gewesen, habe angefangen, Klavier zu üben, musste sämtliche musikalische Programmhefte schreiben und oft noch Einführungen machen.«

1963 schrieb Peter Gülke ein umfangreiches Manuskript mit dem Titel »Musik und Musiker in Rudolstadt«, das seinerzeit aus kleinlich politischen Gründen nicht publiziert werden durfte. Erst nach der Wende wurde die verdienstvolle Arbeit veröffentlicht und hatte erfreuliche Folgen im Fach. Auch bei seinen Vorfahren gibt es einen bedeutenden Bezug zur Theatergeschichte Rudolstadts. So war Peter Gülke ein Ur-Ur-Enkel des Schriftstellers und Dramaturgen Christian August Vulpius, der den erst im letzten Jahr wiedergefundenen Prolog für die Eröffnung des Rudolstädter Komödienhauses im Jahr 1794 verfasst hat. Einer Einladung zur Eröffnung des Schiller-Theaters im Herbst 2025 konnte er aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr folgen. Wir gedenken Peter Gülke in großer Dankbarkeit und Wertschätzung für seine künstlerische, wissenschaftliche und pädagogische Arbeit.


16.04.2026 / Aktuelles

Sommertheater nimmt Fahrt auf

Schauspielensemble
Regisseur Philippe Besson
Kostümentwürfe
Kostüm- und Bühnenbildnerin Henrike Engel
Choreografiin Marita Erxleben

Der Startschuss zum Sommertheater ist gefallen: Mit der Konzeptionsprobe am 14. April markierte das Schiller-Theater Rudolstadt den Probenauftakt für die musikalische Komödie »Der König der Narren«. Unter der Regie von Philippe Besson wird ein vielköpfiges Ensemble das Stück vom 5. bis 27. Juni in den Park der Landessportschule Bad Blankenburg zaubern. Nicht kleckern, sondern klotzen ist die Devise.
Philippe Besson, der in Rudolstadt bereits Komödien wie »Arsen und Spitzenhäubchen« oder etwa das Sommertheater »Das Geheimnis der drei Tenöre« inszenierte, setzt dabei auf viel Komik und Mut zum Albernen. »Der König der Narren« ist ein »rasantes Stück, das einem ein bisschen um die Ohren fliegt«, sagt er, und so möchte er es auch inszenieren: mit viel Tempo und Dynamik. Die Handlung verspricht ein irrsinniges Spiel: Ein Tyrann auf dem Thron, ein verschollen geglaubter Thronerbe, eine Liebe, die alles durcheinanderbringt und mittendrin ein Jahrmarktsgaukler, der versucht, die britische Monarchie zu retten. Die Filmvorlage »The Court Jester« von 1955 mit ihrem feinen, britischen Humor entwickelte sich über die Jahre zum Kult. Viele Dialoge sind legendär geworden – etwa der berühmte Zungenbrecher um den „Wein mit der Pille im Becher mit dem Fächer“. Die Rudolstädter Inszenierung soll nicht nur das finstere Mittelalter aufs Korn nehmen. So lässt das aufwändige, historisch angehauchte Bühnenbild samt Kostümen von Henrike Engel Raum für Assoziationen bis in die Gegenwart.
»Der König der Narren« ist zugleich ein kleines Musical, fast eine Art Revue. Eine sechsköpfige Live-Band mit einem Leader, der in Thüringen mit Arbeiten am Deutschen Nationaltheater seit den 90er Jahren kein Unbekannter ist, begleitet nicht nur die zahlreichen Songs, sondern steuert auch handgemachte Soundeffekte bei. Die gelernten Jazz-Musikerinnen und -Musiker um Ludger Nowak setzen auf funkige Rhythmen, Ohrwürmer und viel Lust am gemeinsamen Musizieren.
Zu einem richtigen Ritterspiel gehören Fechtszenen, für deren Erarbeitung Fechtmeister Paul Hofmann, Saalefechter beim SV 1883 Schwarza e. V., gewonnen werden konnte. Er gehört dem deutschen Nationalkader an. Für das Sommertheater bringt er seine Expertise nun erstmals auf die Bühne ein – sogar mit echten Rüstungsteilen wird geprobt.
Eine besondere Rolle spielt außerdem das Miteinander: Neben dem festen Ensemble wirken auch 12 Statistinnen und Statisten aus der Region mit. Für einige ist es die erste Theatererfahrung. Kristin (28) wurde über ihren Karnevalsverein auf das Projekt aufmerksam und freut sich auf neue Erfahrungen und den Blick hinter die Kulissen. Christian (54), der bereits beim letzten Sommertheater dabei war, ist erneut an Bord, »weil es so viel Spaß gemacht hat«. Und Katharina (41), Trainerin für Rhythmische Sportgymnastik in Schwarza, sucht aus Neugier die künstlerische Herausforderung. Vor allem gemeinsam mit Choreografin Marita Erxleben werden sie in der kommenden Zeit zweimal wöchentlich an ihren Tanzszenen proben.
So entsteht ein Sommertheater, das Parodie, Musik und sogar sportliche Aspekte vereint – passend zum 100-jährigen Jubiläum der Landessportschule. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.