Aktuelles

08.06.2026 / Allgemein

Franka Anne Kahl gewinnt die »Caroline«

Landrat Marko Wolfram überreicht den Theaterpreis an Franka Anne Kahl
Landrat Marko Wolfram überreicht den Theaterpreis an Franka Anne Kahl
Franka Anne Kahl mit Auszeichnung neben Schauspielerinnen und Schauspielern in Kostümen aus »Der König der Narren«
Franka Anne Kahl mit Auszeichnung neben Schauspielerinnen und Schauspielern in Kostümen aus »Der König der Narren«

Die Entscheidung ist gefallen: Die »Caroline« 2026 geht an Franka Anne Kahl! Der Theater-Förderverein vergab die Auszeichnung im Anschluss an die Premiere von »Der König der Narren« am 5. Juni im Park der Landessportschule Bad Blankenburg. Mit der »Caroline« zeichnen der Förderverein des Schiller-Theaters Rudolstadt und die Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt die Schauspielerin für die Spielzeit 2025/2026 aus.

Franka Anne Kahl gehört seit der Spielzeit 2024/25 zum Rudolstädter Ensemble. In dieser Spielzeit überzeugte sie auf der Bühne im Großen Haus als Herzogin von Olivarez in »Don Karlos«, als Inge in »Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke« und als Konsulin Buddenbrook in »Buddenbrooks«. Auch auf der kleinen Bühne im Schminkkasten zeigte sie in der Dauerbrenner-Komödie »Der Videobeweis« ihr komisches Timing, ihre Präzision im Spiel und ihre Vielseitigkeit. Zuvor lernte das Publikum sie kennen in Produktionen wie »Herscht 07769« oder »Molière – Der eingebildete Tote«.

Intendant Steffen Mensching würdigte Franka Anne Kahl als »Allrounderin, die alles kann und vieles mitmacht, weil sie alles mit Leidenschaft und ungebremster Begeisterung tut«. Sie könne Drama und Klamotte, Boulevard und Kammerspiel gleichermaßen bedienen und fülle jede Rolle mit Energie, Präsenz und Hingabe. Zugleich beschrieb er sie als eine Schauspielerin, die sich mit Neugier und Ernsthaftigkeit in ihre Arbeit vertiefe und dabei nie an Leichtigkeit verliere.

Chapeau, Franka, wir gratulieren herzlich!


30.04.2026 / Allgemein

Vorgestellt: Gregor Resch, Schlagzeuger

Vorhang auf für einen, der meist nicht im Rampenlicht steht, dessen Einsätze aber der ganze Saal hört. Heute stellen wir Gregor Resch vor, seit Mitte dieser Spielzeit 1. Schlagzeuger bei den Thüringer Symphonikern.

Wer bist du und wo arbeitest du?

Mein Name ist Gregor Resch und ich bin seit dieser Spielzeit Schlagzeuger im Orchester.

Wie bist du zum Schiller-Theater gekommen?

Über eine Online-Stellenausschreibung. Direkt davor hatte ich einen Zeitvertrag bei der Elbland Philharmonie Sachsen, war dort für zweieinhalb Monate engagiert und bin dann von dort aus hier zum Probespiel gekommen. Das hat geklappt und kurz darauf war ich auch schon hier.

Was findest du besonders spannend an deiner Arbeit?

Dass ich jede Woche andere Instrumente spiele. Je nach Repertoire spiele ich klassische Schlagwerkinstrumente wie kleine Trommel, Becken oder große Trommel. Im aktuellen Sinfoniekonzert spielen wir jedoch auch Stücke von George Gershwin, da sitze ich am Drum-Set und spiele klassischen Jazz im Orchester. Diese Vielfalt macht den Reiz für mich aus.

Was unterschätzen viele am Schlagwerk?

Es wirkt manchmal einfacher, weil wir weniger Töne spielen als etwa die Streicher. Aber die Konzentration muss über ein ganzes Programm hinweg konstant hoch bleiben – auch wenn man längere Pausen hat. Nach 20 Minuten Pause exakt im richtigen Moment einzusetzen, das ist die eigentliche Kunst im Schlagwerk.

Ist es schlimmer, einen Einsatz zu verpassen oder ihn zu spät zu spielen?

Das kommt darauf an. Wenn es musikalisch noch halbwegs passt, ist es vielleicht zu retten. Aber wenn nach einer Generalpause ein Beckenschlag zu hören ist, wäre es wahrscheinlich besser gewesen, ihn nicht zu spielen.

Was ist dir im Orchester besonders wichtig?

Die Mischung aus Professionalität und persönlichem Austausch. Eine gute Stimmung untereinander gehört für mich dazu. Ich wurde super aufgenommen, mein Kollege an der Pauke hat mir den Einstieg wirklich leicht gemacht.

Wie würdest du dich selbst beschreiben – in drei Worten?

Analytisch, empathisch – und selbstkritisch. Das gehört als Musiker wohl immer dazu.

Was machst du in deiner Freizeit?

Viel Sport – vor allem Laufen und Wandern. Radfahren auch. Ich freue mich darauf, bald mein Mountainbike herzuholen und die Gegend zu erkunden.

Worauf freust du dich in dieser Spielzeit besonders?

Auf das 4. Schlosskonzert im Juli. Dort darf ich das Marimba-Konzert von Ney Rosauro als Solist spielen. Ein Marimbakonzert mit Orchester steht nicht jeden Tag auf dem Programm – das ist schon etwas Besonderes. Und auf „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ bin ich gespannt – das ist zwar ohne Musik, aber da hab ich gehört, dass der Film sehr gut sein soll. Da interessiert mich dann das Schauspiel.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Fürs Theater wünsche ich mir und hoffe ich, dass der Zuspruch nach der Neueröffnung so groß bleibt, wie er gerade ist. Und für meine Zeit am Theater wünsche ich mir, dass ich den Job auch in Zukunft so interessant finde wie jetzt gerade.


28.04.2026 / Allgemein

Wir trauern um Peter Gülke

Foto: Mozamaniac / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0). Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0
Foto: Mozamaniac / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0). Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0

Der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke ist im Alter von 91 Jahren am 26. April 2026 in seiner Geburtsstadt Weimar verstorben. Zum Schiller-Theater Rudolstadt hatte er über mehrere Jahre eine enge Verbindung. In einem Interview beschreibt er seine umfängliche Tätigkeit in dieser Zeit sehr lebendig:

»Dann bin ich 1959 als Repetitor in Rudolstadt eingestiegen, in einer sogenannten ›Klitsche‹, und dort fünf Jahre geblieben. Ich war Repetitor, gleichzeitig Dramaturg – das war eigentlich mein Hauptberuf –, habe die Schauspielmusiken komponiert und war verpflichtet als Aushilfscellist. Die Hauptsache stand nicht im Vertrag, nämlich, dass ich dirigieren wollte. Aber Gottseidank ergibt sich das, und irgendwann ist es geglückt: Weihnachtsmärchen dirigieren, Operetten nachdirigieren, erste Einstudierung Zar und Zimmermann, wie sich das gehört. Daneben alle Opern repetiert. Das war eine harte Schule, ich bin jeden Morgen spätestens um acht im Theater gewesen, habe angefangen, Klavier zu üben, musste sämtliche musikalische Programmhefte schreiben und oft noch Einführungen machen.«

1963 schrieb Peter Gülke ein umfangreiches Manuskript mit dem Titel »Musik und Musiker in Rudolstadt«, das seinerzeit aus kleinlich politischen Gründen nicht publiziert werden durfte. Erst nach der Wende wurde die verdienstvolle Arbeit veröffentlicht und hatte erfreuliche Folgen im Fach. Auch bei seinen Vorfahren gibt es einen bedeutenden Bezug zur Theatergeschichte Rudolstadts. So war Peter Gülke ein Ur-Ur-Enkel des Schriftstellers und Dramaturgen Christian August Vulpius, der den erst im letzten Jahr wiedergefundenen Prolog für die Eröffnung des Rudolstädter Komödienhauses im Jahr 1794 verfasst hat. Einer Einladung zur Eröffnung des Schiller-Theaters im Herbst 2025 konnte er aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr folgen. Wir gedenken Peter Gülke in großer Dankbarkeit und Wertschätzung für seine künstlerische, wissenschaftliche und pädagogische Arbeit.