Aktuelles

20.02.2026 / Vorgestellt

Vorgestellt: Marcus Horn, Schauspieler

Die OTZ feierte ihn als »überragenden Hauptdarsteller« in »Das Leben ein Traum«, auch in »Buddenbrooks« überzeugte er als Thomas. Doch wer ist das neue Gesicht hinter den markanten Rollen? Und was hat es mit seinem Soloabend auf sich? In regelmäßigen Abständen stellen wir die Mitarbeitenden am Theater vor. Diesmal an der Reihe: Marcus Horn.

Wer bist du und wo arbeitest du?

Mein Name ist Marcus Horn, ich bin Schauspieler, ich arbeite am Schiller-Theater in Rudolstadt. Ich bin 37 Jahre alt, bin geboren in der Lutherstadt Wittenberg, habe in Dresden Malerei studiert und danach Schauspiel in Rostock. Ich war acht Jahre am Deutschen Nationaltheater Weimar, war da fest im Schauspiel-Ensemble und jetzt bin ich hier.

Erst Malerei, dann Schauspiel. Was war los?

Während meines Studiums war ich an der Semperoper in Dresden, habe Wände hin und her geschoben und so etwas Ähnliches habe ich dann auch am Staatsschauspiel in Dresden gemacht. Das hat mich sehr interessiert mit dem Theater und dann habe ich angefangen an der Studentenbühne der TU Dresden Theater zu spielen. Das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich mich in einer Schauspielschule beworben habe.

Was macht Theater für dich aus?

Ich finde es toll, dass es analog ist, dass es im Moment passiert und dass man immer ein Gegenüber braucht, wie im Leben.

Thomas in »Buddenbrooks« oder Sigismund in »Das Leben ein Traum« – Welche Rolle passt besser zu dir?

Ich finde, in der Unterschiedlichkeit, wie die beiden sind, ist es eine unglaublich tolle und interessante Spielaufgabe. Natürlich unterscheidet sich Thomas so sehr von Sigismund und Sigismund von Thomas und diese unterschiedlichen Spielaufgaben, die reizen mich.

Es gab einen blutigen Unfall bei der Premiere von »Das Leben ein Traum« – Was ist passiert?

Ich bin ausgerutscht, ich kniete auf meinem Königsmantel, der aus einem doch relativ glatten Stoff genäht war. Ich kniete darauf und eine Kollegin schlug mich im Spiel, schlug mir ins Gesicht und ich fiel auf den Boden. Dadurch, dass aber der glatte Stoff unter meinen Knien war, hatte ich so einen Schwung, dass ich mich nicht abfangen konnte und stieß mit dem Gesicht auf den Bühnenboden und trug eben eine Verletzung davon. Es war aber nicht schlimm, es war nichts gebrochen oder so, es blutete halt ein bisschen.

Unfälle sind auch für deinen Soloabend »Vermutlich ohne Konsequenz« angekündigt. Was genau hast du vor?

Das ist ein Soloabend, ich werde also allein auf der Bühne stehen. Es ist ein Soloabend von mir, mit mir, aber auch gleichzeitig ganz weit weg von mir. Ich beginne bei dem Abend mit einem Dylan Thomas Zitat: »Anfangen, wo es anfängt«. Und ich fange an in dem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, wo ich aufgewachsen bin. Und so viel kann ich verraten: Ich komme aus einem Bestatterhaushalt, mein Vater hat ein Bestattungsinstitut und daraus ergeben sich natürlich einige skurrile Anekdoten. Es wird, glaube ich, ein sehr lebensbejahender, froher Abend werden+. Und erzählerische Passagen werden sich eben abwechseln mit akrobatischen Elementen, mit clownesken Elementen und ich werde auch ein bisschen zaubern.

Wieso der Titel »Vermutlich ohne Konsequenz«?

Ja, ich glaube, ich würde zu viel vorwegnehmen, wenn ich das verraten würde. Da muss man sich eine Karte kaufen und in den Abend kommen.

Was macht das Stück für dich besonders?

Es ist eine große Herausforderung, allein auf der Bühne zu stehen und das zu entwickeln. Und ich freue mich darauf sehr, dass ich eben die Möglichkeit habe, das machen zu können. Der Wunsch, so einen Abend zu gestalten, den hatte ich schon lange. Ich bin wirklich gespannt, wo das so hingeht.

Du hast drei Wünsche frei: Einer für dich, einer für das Theater, einer für die Region. Was wünschst du dir?

Also für mich würde ich mir wünschen, dass ich weiterhin gesund bleibe. Für das Theater würde ich mir wünschen, dass es weiterhin tolle und interessante künstlerische Begegnungen hat. Und viele interessante Künstler:innen. Und für die Region ein gutes und zugewandtes Miteinander.


18.02.2026 / Allgemein

Treffpunkt zur Mittagszeit: TheaterBistro eröffnet

Mit Schauspiel und Orchester, parallelen Proben und Vorstellungen und vielen Terminen ist das Theater ein belebter Ort. Am Dienstag, 17. Februar, öffnete nun mittendrin das TheaterBistro: Zur Mittagszeit findet man hier ab sofort nicht nur einen Ort mit warmen und kalten Mahlzeiten, sondern auch einen neuen sozialen Treffpunkt für Mitarbeitende am Theater und außerhalb.

Das Bistro ist ab sofort von Dienstag bis Freitag geöffnet, jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr. Zur Auswahl stehen ein stetig wechselndes Tagesangebot sowie liebevoll belegte Brötchen, kleine Snacks und Getränke. Von vorne betrachtet befindet sich der Eingang auf der rechten Seite des Großen Hauses, neben der Pforte. Über die Treppe links davon gelangt man hinab zum Bistro. Betrieben wird das Bistro vom Lindenbachhof, einem familiengeführten Hof aus der Region.

Vorbestellungen sind willkommen unter:
theaterbistro@lindenbachhof.de
0151 54729390

 


21.01.2026 / Allgemein

Wir trauern um Schauspieler Hans Burkia

Foto(c)Lisa Stern
Hans Burkia bei der 100. Folge von MMM – Was bin ich?
Als Dorfrichter Adam in »Der zerbrochne Krug« (2000/01)
In »Die Studentin und Monsieur Henri« (Foto (c) Anke Neugebauer)

Es gibt nur wenige Gesichter, die in der Rudolstädter Öffentlichkeit so präsent waren wie Hans Burkia. Der Schauspieler gehörte seit 1994 fest zum Ensemble unseres Theaters, bis er vor zehn Jahren in Rente ging. Trotzdem stand er bei uns noch viele weitere Jahre auf der Bühne und spielte große Rollen. Heute ist er im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.

Noch im Jahr 2022 feierte Hans Burkia seine letzte große Premiere im Theater im Stadthaus. Er spielte die Titelrolle in »Die Studentin und Monsieur Henri«, einer französischen Komödie und zugleich charmanten Familiengeschichte über große Themen des Lebens. Beim Heiteren Beruferaten »MMM – Was bin ich?« war er als Dienstältester im Rateteam zur 100. Folge in der vergangenen Spielzeit ein letztes Mal mit von der Partie. »Er war ein Schauspieler mit ganzer Seele, zupackender Kraft und ansteckender Spiellust«, erinnert sich Theaterintendant Steffen Mensching. »Ein Ensemble-Mensch und eine Rampensau. Hilfsbereit und kollegial, schnoddrig und verletzlich. Er hat das Theaterleben in Rudolstadt viele Jahre geprägt. Hans wird uns fehlen, auf der Bühne, in der Kantine und überhaupt.«

Hans Burkia wurde in Ueckermünde geboren und wuchs in Berlin auf. Nach seiner Lehre zum Chemiefacharbeiter studierte er Schauspiel an der Schauspielschule Berlin (heute Ernst‑Busch). Über Stationen in Zittau/Görlitz, Magdeburg und Stralsund kam er 1994 ans Schiller-Theater Rudolstadt. Zu seinen wichtigen Rollen, an die sich das Theaterpublikum bestimmt noch erinnert, obwohl sie schon länger zurückliegen, gehören Richter Adams in »Der zerbrochene Krug«, Nathan in »Nathan der Weise«, der Bürgermeister in »Der Drache« oder »Tartuffe in Tartuffe«. Hans Burkia spielte Wilhelm Gisecke in der Operette »Im Weißen Rößl« und genauso Tevje in »Anatevka«.

Später kamen unter der Intendanz von Steffen Mensching weitere wichtige Rollen hinzu, darunter Miller in »Kabale und Liebe«, der alte Napoli in »Der Held der westlichen Welt«, Wilfried in »Quartetto« sowie die Titelrolle in »Amphitryon« von Heinrich von Kleist. Außerdem führte er Regie bei »Happa Happa« und war seit Anbeginn fest im Rateteam von »MMM-Was bin ich«, dem beliebten heiteren Beruferaten. Seit der Spielzeit 2013/14 war Hans Burkia nunmehr als Gast am Schiller-Theater Rudolstadt zu erleben.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 4. Februar, um 11 Uhr in der Stadtkirche Rudolstadt statt.