Bernhard Stengele, 1963 in Wangen im Allgäu geboren, absolvierte nach Abitur und Zivildienst seine Schauspiel- und Regieausbildung an der École Monika Pagneux et Philippe Gaulier in Paris. Erste Engagements führten ihn an die Theaterwerkstatt Hannover, mit der er internationale Gastspiele u. a. am Odin Teatret in Holstebro und am Wachtangow-Theater in Moskau absolvierte. 1992 wurde er Ensemblemitglied am Stadttheater Konstanz, es folgten Engagements am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken und erneut in Konstanz.
Von 2004 bis 2012 war er Schauspieldirektor am Mainfranken Theater Würzburg, von 2012 bis 2017 bei Theater & Philharmonie Thüringen in Altenburg und Gera. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Schauspiel-, Opern- und Operetteninszenierungen. Seine künstlerische Arbeit ist geprägt von internationalen und interkulturellen Projekten sowie der Verbindung von klassischem Repertoire mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. 2012 erhielt er den Sonderpreis der bayerischen Theatertage, 2017 den Theaterpreis des Bundes.
Seit 2017 widmete sich Stengele vor allem den Themen Migration, Zusammenhalt und Klimaschutz. 2020 wurde er Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen. Von Februar 2023 bis Dezember 2024 war er Thüringer Minister für Umwelt, Energie und Naturschutz sowie Zweiter Stellvertretender Ministerpräsident. Stengele arbeitet zudem als Regisseur, Schauspieler und Rezitator eigener Lyrik- und Literaturprogramme. Seine aktuellen Projekte führen ihn nach Israel und – zusammen mit Ulrich Pakusch und Harald Lesch – zum Kirchentag nach Würzburg.
In der Spielzeit 2025/26 ist seine Regiearbeit mit der Oper »Der Waffenschmied« erstmals in Rudolstadt zu sehen.