»Ein Stück rheinisches Leben« – Werke von Clyne, Walton und Schumann
Anna Clyne: Restless Ocean (2019)
William Walton: Konzert für Viola und Orchester (1929)
Robert Schumann: 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 »Rheinische« (1850)
Es wurde die glücklichste Phase seines Lebens! Robert Schumann ist Musikdirektor in der preußischen Rheinprovinz in Düsseldorf und wird von der vielzitierten rheinischen Frohnatur derart angesteckt, dass er etwa ein Drittel seines Gesamtschaffens dort zu Papier bringt – darunter auch seine dritte Sinfonie, die »Rheinische«: ein vor Freude und Euphorie strotzendes klingendes Bekenntnis zur geselligen rheinischen Lebenslust. Mit dem Rhein als sagenumwobenem Strom hat diese Musik aber so gar nichts am Hut, auch wenn es der Name vermuten lässt. Beinahe ebenso wenig vom Wasser handelt Anna Clynes Werk »Restless Ocean«. Ein Titel, der komponierte Weite und Meeresrauschen assoziiert, entpuppt sich als bewegte und tiefschürfende Hymne auf das weibliche Geschlecht. Inspiriert von einem Gedicht von Audre Lorde komponierte Clyne ausdrücklich ein »trotziges« Stück, das »die Kraft der Frauen beschwört«. Sie entfacht musikalisch eine unendliche Energie – das Orchester spielt, stampft und singt und ganz am Ende … Ach, lassen Sie sich überraschen! Auch William Waltons Bratschenkonzert ließ 1929 etwas anderes erwarten, als das Publikum serviert bekam. Clynes Landsmann galt als Enfant terrible der englischen Musik. Der berühmte Widmungsträger Lionel Tertis lehnte das Werk sogar zunächst als »zu modern« ab – musste später allerdings konsterniert eingestehen, einen gewaltigen Fehler gemacht zu haben. Tatsächlich zeigt sich Walton hier versöhnlich: Die Viola singt mit nobler Wärme, lyrisch und innig. So verbindet dieses Konzert Lebensfreude und Aufbegehren, rheinische Festlichkeit und persönliche Sensibilität.
Die Solobratschistin des hr-Sinfonieorchesters, Liisa Randalu, ist die perfekte Partnerin, um Waltons Klangfarben zum Leben zu erwecken.
Dieses Konzert unter der Leitung von Friedrich Praetorius wird im Rahmen der Konzertförderung Forum Dirigieren – eine Initiative des Deutschen Musikrates – aus Fördermitteln der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) unterstützt.
Spielort: Meininger Hof, Saalfeld
Viola: Liisa Randalu
Dirigent: Friedrich Praetorius
Es spielen: Thüringer Symphoniker
Fr, 22.01.2027, 19:30 Uhr
Meininger Hof, Saalfeld
Sa, 23.01.2027, 19:30 Uhr
Meininger Hof, Saalfeld
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