Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff

Für die Bühne bearbeitet von Sören Hornung

Ist die Schauspielerei ein Handwerk oder eine Begabung? Braucht man dafür ein gutes Gedächtnis oder eher eine Portion Verrücktheit? Joachim macht sich über solche Fragen wenig Gedanken, als er sich an einer renommierten Schauspielschule bewirbt. Zu seiner Überraschung besteht er die Aufnahmeprüfung. Aus Geldmangel zieht er bei seinen Großeltern ein. Inge, ehemals Schauspielerin, und Hermann, emeritierter Philosophieprofessor, führen ein gediegenes Leben, in dem Alkohol keine Nebenrolle spielt. Ihr »Lieberling«, so nennen sie ihren Enkel, kann sich den täglichen Trinkgelagen nur selten entziehen. Gelegentlich muss er beim Zubettgehen selbst den Treppenlift des Hauses benutzen. Auf der Schauspielschule erwarten ihn andere Strapazen. Hier wird sein Körper zu unbekannten Verrenkungen verleitet und sein Sprechwerkzeug zu Höchstleistungen angestachelt. Die Ausbildung zum Mimen gipfelt häufig in aberwitzigen Aufgaben: »Sei authentisch, sprich Effi Briest als Nilpferd«, »du musst lernen, mit den Brustwarzen zu lächeln.« Zwischen Ehrgeiz und Unverständnis hin- und hergeworfen, lernt er die Absurditäten des Theater-Alltags auszuhalten. Und gerade die »Lücke«, das Unbestimmte und das Neben-sich-Stehen, birgt eine ungeheure Kraft.

»Ach diese Lücke! Diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle!« ist einer der großartigsten Seufzer in der deutschen Literatur. Goethes »Werther« stößt ihn aus, ehe er sich die Kugel gibt. Der gefeierte Schauspieler und Regisseur Joachim Meyerhoff benutzt diese Zeile als Titel für sein aberwitziges Buch, das von der Leidenschaft und dem Durchhaltevermögen für einen risikoreichen Beruf voller Überraschungen erzählt.

Wir danken der architektengruppe a+m für ihre Unterstützung im Rahmen der Stückpatenschaft

 

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Pressestimmen

Vier Schauspieler, eine Rolle: »Ach, diese Lücke« – Innovatives Theaterstück am Schiller-Theater
05.04.2026, Ostthüringer Zeitung, von Ulrike Kern

»Mit viel Humor, Wärme und Ehrlichkeit« erzählt das emotionale Stück »Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke« von Joachim Meyerhoffs Weg zum Schauspieler, schreibt Ulrike Kern über die Inszenierung in der Ostthüringer Zeitung. Die vierfache Besetzung Joachims, der »mit Selbstzweifeln, skurrilem Unterricht […] und inneren Konflikten« konfrontiert ist, sei »ein cleverer Schachzug, um die fragmentierte Innenwelt des Charakters und seine emotionalen Zustände besser abzubilden«. Dabei fange sein Satz »Ich wollte auf der Bühne stehen und dabei nicht gesehen werden« den ganzen Konflikt ein. »Mit wundervollen Kostümen und einer rosa Bühne« zeichnet das Stück »ein tragikomisches Bild vom Erwachsenwerden, von Familie, Scheitern und der Suche nach der eigenen Identität«, lautet Kerns Fazit. »Es zeigt, wie aus Unsicherheit, Überforderung und komischen Momenten langsam ein Weg zu sich selbst entsteht«.

Sören Hornungs Bühnenfassung des autofiktionalen Romans von Joachim Meyerhoff
12.04.2026, KULTURA-EXTRA, von Sören Bock

Statt sich inhaltlich an der Romanhandlung abzuarbeiten, habe sich Regisseur Sören Hornung »für eine mehr assoziative Herangehensweise« entschieden, findet Sören Bock. Vier Schauspielerinnen und Schauspieler verkörpern Joachim und »streiten sich um die Rolle und eine in den Boden eingelassene sinnbildliche Lücke, in der man körperlich verschwinden oder auch den Text entsorgen kann«. Seine »Initialzündung« erlebe Joachim als Figur »bei der Kostümversteigerung im Glitzerdress mit langem weiten Rock«. Seine Großeltern begleiten ihn auf seinem Weg zum Schauspieler. »Ihren minutiös nach ganz speziellen Ritualen ablaufenden Alltag, bei dem vor allem alkoholische Getränke eine Rolle spielen, werden hier ebenso lustig dargestellt, wie die Liebe für ihren ›Liebeling‹ genannten Enkel«, so Bock. Für Großmutter Inge hebt er einen »schönen Pausenmonolog« hervor. Überhaupt zeichne die Inszenierung den Werdegang eines jungen Schauspielers nach, »vom unsicheren […] Beobachter bis zur Darstellung der Wahrhaftigkeit im Augenblick«. Der Kritiker zeigt sich insgesamt überzeugt von diesem »kleinen faszinierenden Abend«.


Stückinfos

Premiere: 04.04.2026
Spielort: Rudolstadt, Großes Haus

Pressestimmen

Vier Schauspieler, eine Rolle: »Ach, diese Lücke« – Innovatives Theaterstück am Schiller-Theater
05.04.2026, Ostthüringer Zeitung, von Ulrike Kern

»Mit viel Humor, Wärme und Ehrlichkeit« erzählt das emotionale Stück »Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke« von Joachim Meyerhoffs Weg zum Schauspieler, schreibt Ulrike Kern über die Inszenierung in der Ostthüringer Zeitung. Die vierfache Besetzung Joachims, der »mit Selbstzweifeln, skurrilem Unterricht […] und inneren Konflikten« konfrontiert ist, sei »ein cleverer Schachzug, um die fragmentierte Innenwelt des Charakters und seine emotionalen Zustände besser abzubilden«. Dabei fange sein Satz »Ich wollte auf der Bühne stehen und dabei nicht gesehen werden« den ganzen Konflikt ein. »Mit wundervollen Kostümen und einer rosa Bühne« zeichnet das Stück »ein tragikomisches Bild vom Erwachsenwerden, von Familie, Scheitern und der Suche nach der eigenen Identität«, lautet Kerns Fazit. »Es zeigt, wie aus Unsicherheit, Überforderung und komischen Momenten langsam ein Weg zu sich selbst entsteht«.

Sören Hornungs Bühnenfassung des autofiktionalen Romans von Joachim Meyerhoff
12.04.2026, KULTURA-EXTRA, von Sören Bock

Statt sich inhaltlich an der Romanhandlung abzuarbeiten, habe sich Regisseur Sören Hornung »für eine mehr assoziative Herangehensweise« entschieden, findet Sören Bock. Vier Schauspielerinnen und Schauspieler verkörpern Joachim und »streiten sich um die Rolle und eine in den Boden eingelassene sinnbildliche Lücke, in der man körperlich verschwinden oder auch den Text entsorgen kann«. Seine »Initialzündung« erlebe Joachim als Figur »bei der Kostümversteigerung im Glitzerdress mit langem weiten Rock«. Seine Großeltern begleiten ihn auf seinem Weg zum Schauspieler. »Ihren minutiös nach ganz speziellen Ritualen ablaufenden Alltag, bei dem vor allem alkoholische Getränke eine Rolle spielen, werden hier ebenso lustig dargestellt, wie die Liebe für ihren ›Liebeling‹ genannten Enkel«, so Bock. Für Großmutter Inge hebt er einen »schönen Pausenmonolog« hervor. Überhaupt zeichne die Inszenierung den Werdegang eines jungen Schauspielers nach, »vom unsicheren […] Beobachter bis zur Darstellung der Wahrhaftigkeit im Augenblick«. Der Kritiker zeigt sich insgesamt überzeugt von diesem »kleinen faszinierenden Abend«.

Mitwirkende

Regie: Sören Hornung
Bühne und Kostüme: Freya Elisabeth Partscht
Dramaturgie: Josephine Tietze

Joachim 1: Aron Torka
Joachim 2: Anne Kies
Joachim 3: Franz Gnauck
Joachim 4: Johannes Geißer
Inge: Franka Anne Kahl
Hermann: Rayk Gaida


Termine

Sa, 25.04.2026, 19:30 Uhr
Rudolstadt, Großes Haus

ausverkauftRestkarten ggf. an der Abendkasse


Sa, 09.05.2026, 19:30 Uhr
Rudolstadt, Großes Haus

Karten


So, 17.05.2026, 15:00 Uhr
Rudolstadt, Großes Haus

Restkarten