»Von Wäldern, Dämonen und Göttern« – Ein Jahrhundert romantischen Klangzaubers
Carl Maria von Weber: Ouvertüre und Arie des Caspar aus »Der Freischütz« op. 77 J.277 (1820)
Richard Wagner: Wotans Abschied und Feuerzauber aus »Die Walküre« WWV 86b (185670)
Clement Harris: Paradise Lost (1895)
Engelbert Humperdinck: Vorspiel zu »Königskinder« (1897/1910)
Siegfried Wagner: Ouvertüre zu »Der Friedensengel« op. 10 (1914) / Zwischenspiel aus »An allem ist Hütchen schuld« op. 11 (1915) / Monolog des Antenor aus »Die heilige Linde« op. 15 (1927)
Ausgangspunkt dieser klangvollen Reise über 100 Jahre hinweg ist Carl Maria von Webers »Freischütz«, Inbegriff romantischer Oper. Der Wald erscheint als ambivalenter Ort zwischen idyllischer Natur und unheimlichen Mächten. Verführung und Angst, Freiheit und dunkle Bindung liegen nah beieinander. Diese Spannung prägt auch die Werke von Siegfried Wagner. Seine Opern führen in märchenhafte Zwischenwelten, in denen Figuren mit Schuld, Schicksal und inneren Dämonen ringen. Prägend für Wagners Hinwendung zur Musik war eine Reise mit dem Engländer Clement Harris. Gemeinsam vertieften sie sich in die klassische europäische Literatur. Harris brachte Miltons »Paradise Lost« mit und begann eine symphonische Dichtung, während Wagner erste Skizzen zu einem Orchesterwerk nach Schillers »Sehnsucht« entwickelte. Später erkannte er diese Reise als entscheidenden Wendepunkt. Kaum etwas ist so eng mit sagenhaften Wäldern und schaurigen Figuren verbunden wie das deutsche Märchen – ein Genre, das Engelbert Humperdinck meisterhaft vertonte. Den Höhepunkt bildet Richard Wagners Szene aus »Die Walküre«: Wotans Abschied zeigt selbst den Gott im Konflikt zwischen Macht, Liebe und Verlust. Natur, Dämonisches und Menschliches verdichten sich zu einem eindringlichen Panorama.
Spielort: Meininger Hof, Saalfeld
Bassbariton: Tommi Hakala
Dirigent: Oliver Weder
Es spielen: Thüringer Symphoniker
Fr, 28.05.2027, 19:30 Uhr
Meininger Hof, Saalfeld
Sa, 29.05.2027, 19:30 Uhr
Meininger Hof, Saalfeld